Die 7 Schutzwälle der Selbstschutzstrategie (Teil 3)
Im dritten Teil geht es um den dritten und besonders wichtigen Teil deines Schutzwallsystems. Selbstschutz ist an sich nicht kompliziert, jedoch vielschichtig. Es gilt viele Faktoren zu berücksichtigen, was jedoch durch entsprechendes Know How und ein überschaubares Maß an Übung durchaus für jedermann zu bewältigen ist. Die Kombination von Aufmerksamkeit und Vermeidung ist mit Abstand die beste Selbstschutz- und Verteidigungsstrategie. Durch Aufmerksamkeit kannst du eine Gefahrensituation, die im Übrigen niemals ganz ohne Vorwarnung eintritt, rechtzeitig erkennen und vermeiden. Vermeidung ist immer die beste Verteidigungs- und Kampftechnik. Das kommt noch weit vor den reinen Kampftechniken, Kampfkünsten, Selbstverteidigungssystemen oder sonstiger „Tricks”. Ohne Aufmerksamkeit könntest du aber auch niemals einen physischen Kampf bestehen.
Was bedeutet nun „Aufmerksamkeit” konkret im Hinblick auf deine persönliche Sicherheit? Zunächst ist Aufmerksamkeit die bewusste Wahrnehmung
- deiner Umwelt,
- von Licht- und Witterungseinflüssen,
- deiner mentalen und körperlichen Verfassung.
- deiner Mitmenschen.
- und deines Instinkts.
Die Fragen die du dir dabei unbewusst beantwortest lauten
- „Was ist jetzt anders als sonst?”
- „Was wirkt irgendwie merkwürdig?”
- „Was wirkt bedrohlich?”
Aufmerksamkeit ist kein paranoides Misstrauen, oder ein verkrampftes beobachten, sondern eher ein entspannter aber wacher Zustand. Aufmerksamkeit wird durch Wissen und ein wenig Übung im Laufe der Zeit zu einer mühelosen Gewohnheit. Ein gutes Beispiel dafür sind Straßenkatzen in südlichen Ländern. Sie liegen oftmals faul in der Sonne, oder gehen entspannt an dir vorbei oder gar (in der Hoffnung auf etwas Essbares) auf dich zu. Du kannst ihnen Futter geben, aber du wirst es kaum schaffen sie zu streicheln.
Um die richtigen Schlüsse und Maßnahmen aus deiner Wahrnehmung abzuleiten benötigst du zusätzlich Grundkenntnisse der Rituale und Verfahrensweisen von Gewalttätern, Dieben etc. Ebenso solltest du wissen welche Orte in deiner Umgebung ein höheres Risiko darstellen, wie z.B.
- einsame Parkplätze,
- dunkle, unübersichtliche Tiefgaragen,
- dunkle Hauseingänge,
- enge unübersichtliche Gassen aus denen man dich überraschend angreifen könnte,
- Kneipen oder Clubs in denen es häufiger zu Pöbeleien und Schlägereien kommt, etc.
Die Liste könnte man durchaus noch verlängern, sie gibt dir aber bereits wichtige Anhaltspunkte auf was du achten solltest. Die jeweilige Ausprägung der Aufmerksamkeit wird von Sicherheitsexperten, mittels eines Farbcodes, in vier verschiedene Betriebszustände unterteilt.
Weiß:
- unaufmerksam, nimmt seine Umgebung nicht bewusst wahr, potentielles Opfer, geringes Risiko, leichte Beute.
Gelb :
- entspannt, aber wach und aufmerksam. Erhöhtes Risiko für kriminelle und Gewalttäter. Das Risiko der Entdeckung bzw. von Gegenmaßnahmen des Opfers ist erhöht.
Orange:
- die Aufmerksamkeit ist auf eine bestimmte Person, Gruppe oder sonstige Wahrnehmung gerichtet. Der Instinkt gibt mehr oder weniger konkrete Gefahrensignale. Eine potentielle Gefahrensituation ist gegeben.
Rot :
- eine unmittelbare und konkrete Gefahrensituation liegt vor. Es besteht akuter Handlungsbedarf. Das ist der Kampf oder Flucht- Modus.
Gewöhne dir an möglichst niemals im Modus „Weiß” zu sein. Strebe danach den Modus „Gelb” als Dauerzustand zu pflegen. Wie man das leicht einüben kann wird in einem der folgenden Artikel noch genauer beschrieben.
Tags:Angreifer, Gewalt, Messerangriff, professionelles Sicherheitsmanagement, Schlägersangriff, Selbsstschutz, Selbstverteidigung, ÜbergriffVerwandte Artikel
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