Pfefferspray für den Selbstschutz
Pfefferspray wird allenthalben als wirksames Mittel für den Selbstschutz angepriesen. Was kann Pfefferspray konkret leisten und was nicht? Unter welchen Bedingungen darfst du es überhaupt anwenden?
Beim Einsatz von Pfefferspray (Oleoresin Capsicum „OC”) sind wie bei allen Selbstschutztools rechtliche, taktische und funktionale Aspekte zu berücksichtigen, um einerseits die gewünschte Wirkung zu erzielen, und andererseits im Hinblick auf waffen- und notwehrrechtliche Belange auf der sicheren Seite zu sein.
Gesetzliche Aspekte
Pfefferspray ist zwar frei verkäuflich, darf in Deutschland grundsätzlich nur zur Abwehr von Tieren eingesetzt werden. In einer eindeutigen (!) Notwehrsituation darfst du es jedochauch gegen Menschen anwenden. Der ungerechtfertigte Einsatz kann vom Gesetzgeber als gefährliche Körperverletzung geahndet werden. Die gleiche Regelung gilt übrigens auch für die Verwendung von normalem Tränengas (CS). Berücksichtige, daß es wahrscheinlich auch Zeugen für den eventuellen Einsatz gibt, und wie das aus deren Sicht ausgesehen haben mag. In einigen Ländern wie z.B. USA, Kanada oder Schweden, bedarf das Führen von Pfefferspray sogar einer speziellen Genehmigung.
Zusammensetzung
Der wesentliche Bestandteil von Pfefferspray ist Capsaicin, ein entzündungshemmender Wirkstoff, der aus Chili gewonnen wird. Dieser Extrakt wird ca. 3000 x stärker als normaler Pfeffer. In den handelsüblichen Sprühbehältern guter Qualität liegt die Konzentration des Wirkstoffs bei ca. 10 %. Dies ermöglicht bereits eine hinreichende Wirkung. Die Spraydosen sind in verschiedenen Größen erhältlich. Sie können auf Grund ihrer geringen Abmessungen zumeist unauffällig in der Jacken- oder Hosentasche bzw. in der Handtasche geführt werden.
Wirkungsweise
Pfefferspay bewirkt in der Regel starke Schmerzen in den Augen sowie einem sehr starken Tränenfluss. Die Augenlieder schliessen sich krampfhaft. Die Bindehaut schwillt an und rötet sich. Kurz gesagt Pfefferspray bewirkt eine temporäre Blindheit. Kontakt mit der Haut führt zu intensivem Brennen und Übelkeit. Ebenso beeinträchtigt Pfefferspray die Atmung durch Verkrampfung der Bronchialwege und eine zeitweilige Lähmung des Kehlkopfes. Husten- und Würgreiz sind ein Folgeffekt. Die Wirkung hält, abhängig von der Qualität, des Sprays ca. 30 bis 45 Minuten an. In speziellen Fällen, wie z.B. bei Atemwegserkrankungen kann die Anwendung auch zum Tod führen. Damit ist klar warum der Gesetzgeber den Anwendungsbereich einschränkt. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß Pfefferspray bei ca. 10 % der Bevölkerung überhaupt nicht wirkt. Ebenso kann der Effekt bei Drogensüchtigen oder bei Zeitgenossen mit extremer Adrenalinauschüttung durch Wut, Hysterie oder Hass abgeschwächt bzw. mit Zeitverzug eintreten. Spätfolgen sind nicht bekannt.
Einsatz
In der Regel ermöglicht der gelungene Einsatz von Pfefferspray erste Abwehrmaßnahmen bzw. deine Flucht. Dennoch ist es keineswegs „das ultimative Selbstschutztool”, sondern allenfalls eine sinnvolle Ergänzung im Rahmen deiner Selbstchutzstrategie. Auch der Umgang mit Pfefferspray will geübt sein. Im nächsten Artikel gibt es praktische Tipps & Hinweise zur richtigen Anwendung.
Tags:Messer, professionelles Sicherheitsmanagement, Selbstschutz, Ziele
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