Messerangriff auf 18-Jährigen in München

Vor ca. 2 Wochen kam es  wieder einmal  zu einer Messerattacke .Aus einer Schlägerei vor einer Diskothek in München wurde im Handumdrehen eine lebensgefährliche Situation.

Der Vorfall: Auszug aus einer Meldung der Bildzeitung

Bei einer Schlägerei in München hat ein Mann mehrmals mit einem Messer auf einen 18-Jährigen eingestochen und ihn schwer verletzt. Wie die Polizei am Sonntag berichtete, beobachtete der junge Mann eine Schlägerei vor einer Diskothek. In der zehnköpfigen Gruppe (!) entdeckte er auch einen gleichaltrigen Freund, dem er zu Hilfe kommen wollte. Er soll den mutmaßlichen Anstifter mit der Faust geschlagen haben. Daraufhin eskalierte die Situation. Ein zunächst unbekannter Mann attackierte den 18-Jährigen mit dem Messer. Insgesamt bekam er zehn Stiche in den Rücken und die Beine ab.

Wie sich später herausstellte hatte ihn die dicke Winterkleidung vor schwereren Verletzungen geschützt. Der Täter wurde zwischenzeitlich durch die Polizei ermittelt. Er ist erst 17 Jahre alt.

Analyse des Vorfalls

Ein Klassiker. 2 Gruppen haben miteinander Streit, es kommt zu Handgreiflichkeiten. Dann zieht jemand ein Messer und sticht auf das Opfer ein. Wieder war es keine „Mann gegen Mann”-Angelenheit, sondern ein Gewaltakt mit Gruppenhintergrund. Aus der Grupper heraus lässt sich die eigene Agressivität leichter aufbauen und auch „anonym” angreifen. Man verlässt sich dabei auf den Gruppenschutz. Das Opfer hat große Schwierigkeiten die gesamte Gruppe im Auge zu behalten. Für das Opfer ist es keineswegs klar wer, wann, wie und aus welchem Winkel angreifen wird. In solchen Situationen ist der Stress enorm.  Stress und Angst bewirken einen sehr hohen Adrenalinausstoß, der veringert zwar das Schmerzempfinden und erhöht die Ausdauer, jedoch ist der sogenannte „Tunnelblick „ auch ein Effekt dieses Hormonschubs. Das periphere Sehen ist in solchen Situationen somit stark eingeschränkt.

Zehn Messerstiche, bedeuten in diesem Zusammenhang auch, daß der Angriff weniger als 10 Sekunden gedauert hat! Er erfolgte offenkundikg von hinten und von der Seite. Damit war eine effektive Gegenwehr praktisch nicht möglich.

Die Stiche zielten auf verschiedene Bereiche des Körpers und auf verschiedene Höhen. Da auch die Beine des Opfers verletzt wurden, ist zu vermuten daß der Täter in geduckter Haltung und mit großem Vorwärtsdruck angegriffen hat. Bevor das Opfer überhaupt reagieren konnte, hatte es schon mehrere Stiche abbekommen.  Das Ergreifen, und Fixieren der Messerhand, oder gar die Anwendung von Hebeltechniken, die üblicherweise als Gegenmittel gelehrt werden, funktionieren dann einfach nicht! Das Opfer hatte in diesem Falle ausserordentliches Glück; ein Angriff mit multiplen Messerstichen verläuft sehr oft tödlich. Das wurde auch in diesem Falle billigend in Kauf genommen. Die Bereitschaft zur Anwendung tödlicher Gewalt, hat offenkundig dramatisch zugenommen.

Wieder zeigt sich, daß das Alter der Täter keinen Rückschluß auf das Gefahrenpotential zulässt. Ein 17-jähriger mit einem Messer ist genaus gefährlich wie ein 40-jähriger. Ein oder zwei Mann haben gegen eine größere und gewaltbereite Gruppe, auch waffenlos nur geringe Chancen. Wenn Messer oder andere Waffen ins Spiel kommen, ist der Ofen aus. Das ist die Realität jenseits der Actionfilme und der 08/15- Selbstverteidigungsmethoden. In solchen Fällen hilft nur Flucht.

Tags:Messerstecherei, professionelles Sicherheitsmanagement

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