Allgemeine Grundsätze zur Messerabwehr (Teil3)

Die Messserabwehr gehört zu den schwierigsten Aktionen in der Selbstverteidigung. Das Messer ist eine gnadenlose Waffe, der kleinste Irrtum oder die kleinste Fehlreaktion und du bist  kampfunfähig, schwer verletzt oder tot.  Dessen ungeachtet kommt es bei der Abwehr von Messerangriffen immer wieder zu den selben 6 tödlichen Fehlern.

DIE GEFAHR UNTERSCHÄTZEN
So gefährlich Messer sind, so sehr werden sie häufig auf unterbewertet. Unterschätze niemals die Gefährlichkeit der Waffe. Auch eine kleine Klnge von nur 5 cm kann bleibende Schäden oder deinen Tod verursachen. Das gilt auch für den Angreifer, sogar ein Kind oder ein Jugendlicher stellt mit einem Messer eine tödliche Gefahr dar. Die Möglichkeiten einen Messerangriff durchzuführen sind enorm. Das Ausssehen des Anfgreifers oder der Waffe lässt keinen Rückschluß auf das tatsächliche Gefahrenpotential zu.

DIE EIGENEN FÄHIGKEITEN ÜBERSCHÄTZEN
Das gilt besonders für aktive Kampfsportler. Wenn du nicht speziell für Straße trainierst hast, dann sind deine Chancen nicht viel besser als die eines Durchschnittsbürgers. Deine Pokale und scharzen Gürtel werden dir da nicht viel nützen. Die Chancen für eine erfolgreiche Messerabwehr sind auch bei entsprechendem Training nur sehr gering.

STILHÖRIGKEIT
Je nach Art deiner Vorkenntnisse, wie z.B. Aikido, Karate,  Ringen, Boxen etc. etc. besteht die Gefahr, daß du versucht diese Situation ausschliesslich mit Methoden und Taktiken zu bewältigen, die in deinem Stil vorkommen. Das kann fatal sein. Jeder Stil hat seine spezifischen Stärken und Schwächen.  Alle Taktiken und Bewegunsmuster resultieren aus der Eigenheit des Stils und dessen Regeln.  Auf der Straße gibt aber es keine Regeln und keine Standards. Der Angreifer wird mit höchster Wahrscheinlichkeit anders angreifen und reagieren und sich  als du es aus dem Training gewohnt bist. Opfere dein Leben und deine Gesundheit nicht der Stilhörigkeit. Sei aufgeschlossen und nutze jede Möglichkeit die Gefahr zu bewältigen. Nur was funktioniert, und dir in der jeweiligen Gefahrensituation hilft zählt, auch wenn das anders Aussieht als im Training. Funktion und Überleben  haben Vorrang vor Stilfragen.

NACH DEM MESSER TRETEN
Ja im Film sieht das immer ganz toll aus, und auch in den Vorführungen im Dojo. In der Praxis ist das brandgefährlich, ja Selbstmord. Die Messerhand ist immer schneller als dein Bein, auch wenn du de Kickkönig  im Training bist. Dein Bein muss eine wesentlich längere Strecke (mindestens 1m!) überwinden um die Hand zu treffen, als die Messerhand um auszuweichen (0,1m). Der Angreifer und dessen Messerhand werden mutmaßlich ständig  in Bewegung sein. Die Trefferwahrscheinlichkeit tendiert gegen Null. Der Angreifer wiederum kann durch minimales Ausweichen dein Bein attackieren und verletzen. Damit ist der Kampf für dich wahrscheinlich schon gelaufen. Wenn du kickst stehst du zudem  auf einem Bein und bist instabil, zusätzlich exponierst du erhebliche Fläche deines Körpers. Keine gute Idee wenn der andere  entschlossen mit dem Messer agiert.

MIT DER HAND NACH DEM MESSSER GREIFEN
Das ist zwar eine Reflexhandlung aber gleichzeitig schon fast dein Todesurteil. Würdest du deine Hände in einen laufenden Ventilator stecken? Genauso wirst du dir dann in diesem Falle vorkommen. Der Angreifer wird deine Hände mit wenigen kurzen Bewegungen zerstören. Das wars dann mit der Messerabwehr und dem Überleben. Die Obduktionsberichte von verstorbenen Messeropfern sind dafür ein grausiger Beweis. Die allermeisten hatten Schnitt- und Stichwunden an den Händen. Dieses Schicksal ereilte übrigens auch viele die einen Messerangriff überlebt und das  versucht haben.

ZÖGERN & MANGELNDER KAMPFGEIST
Eine Messerattacke ist ein Blitzangriff. Du hast keine Zeit lange zu überlegen, du musst handeln. Nur Sekunden oder gar Sekundenbruchteile stehen zwischen dir und deinem Tod. Zum Kampfgeist gehört nicht nur das entschlossene Vorgehen, sondern auch die Bereitschaft Gewalt anzuwenden und dem Angreifer schweren Schaden zuzufügen. Eine Messerattacke ist keine Schlägerei, sondern ein Kampf auf Leben & Tod. Wenn du  in dieser Situation (=Flucht nicht möglich)  vor der Gewaltanwendung zurückschreckst sind deine Überlebenschancen minimal.

Das Ziel dieser 3-teiligen Artikelreihe war Information über  die besonderen Gefahren eines Messerangriffs und grundsätzlicher Aspekte der erfolgreichen Messerabwehr. Weder Artikel, noch Lehrfilme, oder Fachbücher können hierzu ein systematisches Training ersetzen.

Ich wünsche dir, daß du niemals in so eine Situation kommst.

Incoming search terms:

  • messerabwehr
  • messer angriff abwehren teil 3
  • trefferzonen messerangriff

Comments are closed.