Messerangriff - die Begegnung mit dem kalten Stahl

Das Messer ist Werkzeug und Waffe zugleich. In seiner Funktion als Waffe ist es gefährlicher als Schusswaffen. Die Wahrscheinlichkeit Opfer eines Messerangriffs zu werden ist wesentlich höher als die eines Gewaltakts mit Schusswaffen.

Messer und messerähnliche Gegenstände sind bezogen auf die Anzahl der Vorkommnisse tödlicher als Schusswaffen. Das hat im Wesentlichen folgende Gründe:

  • Messer sind preiswert, jeder kann sich eines leisten.
  • Messer sind klein und gut verdeckt zu tragen.
  • Messer können schwere ja tödliche Verletzungen herbeiführen, ohne dass es dabei besonderer Kraft oder Technik bedarf. Der Aggressor braucht nur Entschlossenheit und Tempo. Geschlecht, Alter, Größe etc. spielen da keine Rolle.
  • Die zunehmende Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft führt dazu, dass Messer und messerähnliche Waffen zunehmend Verbreitung finden.

Umso wichtiger ist es die Wirkungsweise und die Besonderheiten dieser gefährlichen Waffe zu verstehen. Du kannst dich nur gegen Gefahren und Waffen schützen, die du auch verstehst. Wenn es um Messerangriffe, Messerkampf und Messerabwehr geht, stellst du schnell fest, dass es sehr schwer ist an praktisch verwertbare Informationen heranzukommen. Vieles was in den traditionellen Kampfkünsten zu diesem Thema gelehrt wird ist fachtheoretisch eher dünn, der praktische Teil gehört weitgehend ins Reich der Fantasie. Im deutschsprachigen Bereich sind verwertbare Informationen im Hinblick auf Messerkampf und Messerangriffe eher Mangelware.

Eine erfreuliche Ausnahme macht dabei das Buch „Kalter Stahl” von Hendrik Röber. In diesem Buch geht der Autor gründlich und sehr gut verständlich auf Messerangriffe und deren Auswirkungen aus medizinischer Sicht ein. Dabei finden auch realistisch nachgestellte Fotos Verwendung, die drastisch aufzeigen, wie eine Messerwunde in der Praxis aussehen kann. Das ist nämlich nicht so schön wie in den meisten Actionfilmen. Er beschreibt typische Angreifer mit dem Messer und gibt Hinweise auf das Verhalten der Opfer. Deeskalationstechniken werden ebenso dargestellt wie auch die wichtigen taktischen Gesichtspunkte des Messerangriffs und der rechtlichen Gegebenheiten. Auch die praktischen Aspekte des Trainings, der bewaffneten und unbewaffneten Messerabwehr, des Messerkampfs bis hin zur ersten Hilfe werden knapp und gut verständlich dargestellt. Das Buch ist mehr als eine Sammlung und Darstellungen von Techniken, es ist eine gründliche und umfassende Darstellung dieses komplexen Themas mit teilweise wissenschaftlicher Qualität und hohem praktischen Nutzen. Die Lektüre lohnt sich in jedem Fall.

Wesentliche Inhalte sind:

Theoretischer Teil

  • Das Messer als Tatwaffe und Verteidigungsmittel
  • Die besondere Gefahr bei Messerangriffen
  • Der Angriff
  • Die Abwehr
  • Die Auswirkungen eines Angriffs aus medizinischer Sicht
  • [...]

Tödliche Verletzungen durch scharfe Gewalt aus rechtsmedizinischer Sicht

  • Täter-Opfer-Beziehung und Motive
  • Tatortbefunde
  • Rechtsmedizinische Begutachtung
  • Abwehrverletzungen
  • Todesursachen
  • Lokalisation der Verletzungen
  • [...]

Die Täter, das tatsächliche Risiko und die Opfer

  • Die Täter
  • Das Risiko
  • Die Opfer

Gewaltprävention und Gefahrensensibilisierung
Deeskalation
Allgemeines Verhalten in Konfliktsituationen
Messerabwehr und Messerkampf

Das Verhalten nach der Auseinandersetzung

Praktischer Teil
Trainingsausrüstung und Training
Messerkampf

  • Angriffstechniken
  • Finten und Fallen
  • Kombinierte Angriffe
  • Abwehrtechniken
  • [...]

Erste Hilfe bei Verletzungen durch scharfe Gewalt
Rechtliche Grundlagen

Tags:Angreifer, Gewalt, Messer, Messerangriff, Opfer, professionelles Sicherheitsmanagement, Selbstverteidigung

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